André Gorz

Ich arbeite etwa 16 Stunden pro Tag, fast jeden Tag. Trotzdem bin ich offiziell „arbeitslos“. Treffender wäre der Begriff „erwerbslos“. Jedenfalls muß ich, um Geld zum Leben zu erhalten, ständig beweisen, daß ich „dem Arbeitsmarkt“ zur Verfügung stehe. Obwohl dieses Leben eigentlich in der Verfassung durch diverse Grundrechte garantiert wird, und in der Verfassung nirgends etwas davon steht, daß ich mir diese Rechte erst verdienen müßte oder daß ich dafür bezahlen müßte.
Ich glaube, in der Verfassung ist nirgendwo ausdrücklich vorgesehen, daß es überhaupt „Geld“ geben müsse. (Genausowenig wie die Existenz von „Fraktionen“ und „Kanzlerkandidaten“ dort vorgesehen ist, aber das nur nebenbei.) Das läßt mich erneut auf die Idee kommen, ob die Parteien des Geldes, CDU und FDP, nicht als verfassungswidrig zu verbieten wären.
Nun ja, das sind alles so Gedanken, die einem kommen, z.B. auch letzte Woche beim Ankucken des Films „Du bist nicht allein“. Da habe ich sie schonmal notiert, in meinem rauskuck.
Schön ist, wenn man dann feststellt, daß man damit wirklich nicht allein ist. Daß es da einen durchaus namhaften Philosophen gab, der ganz ähnliche Dinge gedacht und (besser als ich das könnte) systematisch zu Papier gebracht hat. Der vor einigen Jahren bereits die Bedeutung des freien Internets als Modell und Medium einer zukünftigen Gesellschaft erkannt hatte.
Der gestrige Beitrag über André Gorz bei 3sat-kulturzeit hat mir darum sehr gefallen. Man sollte sein Buch lesen: „Auswege aus dem Kapitalismus: Beiträge zur politischen Ökologie“

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