Galtung, Afghanistan und das Imperium

Heute hat es sich wiedermal gelohnt, frühmorgens schon den Deutschlandfunk zu hören. Jürgen Zurheide befragte dort den norwegischen Friedens- und Konfliktforscher Johan Galtung über seine Bewertung des NATO-Krieges in Afghanistan.
Hier ein paar Höhepunkte:

„Selbstverständlich ist es ein Krieg.“
„Ich glaube nicht, daß Deutschland eine wirkliche Beziehung zu Afghanistan hat. Deutschland hat eine Beziehung zu Washington, und (es spielt) die Rolle, die Washington wünscht.“
„Die Bundeswehr, NATO, Amerikaner und so weiter haben überhaupt keine Chance, die werden genau dieselbe Niederlage erleben wie sie Alexander der Große, die Briten und die Sowjetunion erlebt haben.“
„Ich glaube, das was Obama tut, ist eigentlich Public Relations für die alte Strategie, weil er so viel mehr sympathisch und charismatisch ist. Er spricht zu den Herzen, und man hat von der Rhetorik den Eindruck, daß etwas Neues vor sich geht. Aber wenn man die Politik verfolgt, ist es nicht nur das Selbe, sondern mehr. Er steht ein wenig rechts von Bush.“
„Pessimistisch? Nein, überhaupt nicht, weil ich sehe, es kommt ein Ende von diesem Wahnsinn. Ich bin Optimist, und ich denke, die Afghanen werden sich behaupten, und der Westen wird davon etwas lernen. Mittlerweile geht das amerikanische Imperium so langsam unter. Nicht Amerika, sondern das amerikanische Imperium, deswegen bin ich noch mehr optimistisch.“

(nach dem DLF-Transskript, von mir etwas geglättet.)

Das ganze Interview kann man dankenswerterweise beim DLF
nachlesen
und nachhören.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: