Menschheit hopps

Karl Weiss hat ein sehr lesenswertes „Dossier Klimakatastrophe“ geschrieben. In neun Punkten erläutert er darin, was auf uns zukommt, im zehnten geht es darum, was zu tun wäre. Das ganze ist ungewöhnlich realistisch und unprätentiös verfasst, keineswegs „alarmistisch“, wie neuerdings der Standardvorwurf lautet.
Leider kann man in Karls Blog nur per Anmeldung kommentieren, deshalb hier zwei Kritikpunkte an seinem Text:

In Punkt 6 geht es um das Verschwinden der Pflanzen. Darin behauptet Karl, es würde dann

„fast keine normalen Regenfälle mehr geben, sondern fast nur noch schwerste Unwetter mit ’stärker als Orkan‘-Stürmen, sintflutartigen Regengüssen…“

Dies halte ich in dieser Eindeutigkeit für eine nicht bewiesene These. Ich bin nicht mal sicher, daß auf Dauer Starkwetterereignisse wirklich zunehmen werden. Es gibt auch meteorologische Gründe, die bei einer Erwärmung das Gegenteil annehmen lassen. (Abflachung des Temperaturgefälles zwischen den Klimazonen.)
Allerdings werden die Ökosysteme, insbesondere die Wälder, durch die wiederholte rabiate Verschiebung der Klimazonen in großen Stress geraten. Und Erosion und Bodendegradation sind auch so schon schwerwiegende Probleme.
Einen Zusammenbruch der weltweiten Nahrungsproduktion sehe ich eher als Folge des absehbaren Zusammenbruchs der Industrieen kommen.

Nicht viel anfangen kann ich mit Karls zehntem Punkt.

„10. Was können wir noch tun, um das zu verhindern? – Wir müssen schnellstens eine mächtige und entschlossene Umweltbewegung schaffen, …“

Ich weiß nicht, wer dieses ominöse „Wir“ sein soll. Ich sehe auch weltweit fast nirgendwo (vielleicht in Indien) größere Menschengruppen die jetzt, bevor die Katastrophe noch wirklich spürbar geworden ist, solches leisten wollten oder könnten.

Ich bin Pessimist. Ich habe all die Bücher gelesen, in denen es um das drohende Ende der Menschheit geht. Von Herbert Gruhl über von Ditfurth bis Jared Diamond („Kollaps“) und Harald Welzer. Und bin jedesmal etwas genervt, wenn sie am Ende ihrer gut belegten Schilderungen doch noch versuchen, Hoffnung zu machen. Daß „wir“ vielleicht doch noch die Kurve kriegen. Aber bislang habe ich noch nicht gemerkt, daß auch nur irgendjemand ernsthaft am Lenkrad drehen würde.
(Und als Radfahrer werde ich auf der Straße heutzutage angesehen wie ein Außerirdischer. Und bin wohl der Einzige Bürger meiner Stadt, der die Heizung erst anmacht, wenn es draußen friert. Will sagen: die merken alle gar nicht mehr, daß ihre Lebensweise nicht normal ist.)

Die Menschheit wird untergehen. So wie jeder Einzelne irgendwann stirbt. (Und wie es aussieht, wird es bei der Menschheit eher nicht mehr sehr lange dauern. Auch wenn das Sterben sich aus der Sicht der Menschen vermutlich recht lange hinziehen wird.)
Ich mag lieber mit dieser Erkenntnis leben als mit irgendwelchen hoffnungmachenden Lügen.

Noch der Hinweis auf die deutlichen Worte des Klimaforschers James Hansen im Guardian (auf deutsch etwas flach zusammengefasst bei Telepolis) über den Kopenhagener Gipfel. Seine Art von Optimismus kann ich schon eher ertragen:

„It may be that we have already committed to a future sea level rise of a metre or even more but that doesn’t mean that you give up. Because if you give up you could be talking about tens of metres. So I find it screwy that people say you passed a tipping point so it’s too late.“

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2 Antworten to “Menschheit hopps”

  1. Krumm Dietrich Says:

    Die gesamte aus politischen Gründen künstlich aufgeheizte und von starken Interessen gesteuerte Klimadiskussion hat keine wissenschaftlich gesicherten Grundlagen. Sie beruht auf zweifelhaften Klimamodellen undTatsachenvermutungen. Die Klimaveränderungen, soweit sie überhaupt für uns wahrnehmbar sind, werden noch nicht verstanden. Der Einfluss der Sonne und der Ozeane auf die Klimaentwicklung ist vollkommen unberechenbar; wir wissen auch nicht, wie die Biosphäre das künftige Klima bestimmt; wie und innerhalb welcher Zeiträume sie sich anpasst. Unser Wissen über die Spurengase ist beschränkt. Es fehlen noch zuverlässig gemessene Klimadaten für die nahe und fernere Vergangenheit und die Gegenwart. Wir warten auf die Messergebnisse der kürzlich gestarteten Satelliten. Das globale Klima können wir nicht zielgerecht steuern. Wir können nur anstreben, die Grenzen der uns zugestrahlten Sonnenergie einzuhalten.

  2. rauskucker Says:

    Krumm, sag doch bitte nicht „wir“ wenn du von dir selbst redest. Und beschäftige dich vielleicht einfach mal mit Physik.

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