Zensursula (not) for President

Heute Mittag im Deutschlandfunk: wer denn so als Konsenskandidaten gehandelt würde. Lammert (gegen den bislang kaum etwas vorliegt) und: Von der Leyen! Letztere sei sogar Wunschkandidatin der Kanzlerin.

Klasse. Die haben es offenbar noch nicht gemerkt. Daß nämlich gerade eine Revolution stattfindet. Das Volk, laut Verfassung Souverän (Inhaber der Staatgewalt), beginnt damit, sowas wie Demokratie (Volksherrschaft) zu machen. Naja, noch nicht das ganze Volk, aber ein Teil wird sich seiner selbst bewußt und hat im Internet endlich ein Mittel gefunden, mit dem es seine Macht (die es bisher nur in albernen Placebowahlen einsetzen durfte) handgreiflich werden lassen kann.

Wie das geht, haben „wir“ ja gerade gezeigt, bei der Verabschiedung des letzten Grüßaugusts. Dessen verfassungswidrig kriegslüsternes Geschwafel hat zunächst niemanden gestört. Außer ein paar aufmerksamen Hörern des DLF. Von denen zwei oder drei eben auch Blogger sind. Was aber zwei Blogger bewegt, bewegt schnell viele Blogger. Und plötzlich bewegt sich was, sogar der lahme Arsch aus seiner Präsidentenvilla hinaus.

Wenn sie es also so wollen, werden wir jetzt eben allen sagen müssen, warum die asozial-kinderreiche Albrecht-Tochter inakzeptabel ist. (Die, nebenbei, gerade mit neuen Forderungen nach Zwangsarbeit für Arbeitslose herumstinkt.) Es hat sich noch längst nicht genug herumgesprochen, was wir alle letztes Jahr gesehen haben: ihre tonbandmäßig wiederholten Lügenreden , in denen sie in übelst demagogischer Weise (viele haben sich reflexhaft an Goebbels erinnert gefühlt – Joseph, nicht Magda!) die angebliche „Kinderpornografie im Internet“ (die es nicht gibt) und damit auch die realen Opfer von sexueller Gewalt als Argument für die Zensur des Internets mißbrauchte. Die Idee zu der Hetzkampagne kam aber, das sei nicht vergessen, von Schäuble – der jetzt ebenfalls als Kandidat herumgerollt wird.

Die Frau ist, ebenso wie Guttenberg, zu Allem fähig. Aber auch zu Höherem berufen? Ich denke, das zu verhindern werden wir schon hinkriegen. (Oder die bekommen eine Präsidentin, die die allgemeine Verachtung so direkt verfolgen wird, daß sie recht schnell den Weg aller Enkes Hottes machen wird.)

Und dann? Wenn wir den einen wegbekommen und die andere verhindert haben? Ich finde, dann sind wir endlich dran, die Neue selber zu bestimmen. „Wir“ im Sinne von „das Volk“, aber die Kandidatenkür sollten „wir“, also das Internet leisten. Auch wenn es sicher Wichtigeres zu tun gäbe.

Was es zu Köhler ansonsten noch zu sagen gibt, hat Georg Schramm (na wo wohl) im DLF ausgesprochen:  „das Beste, was Köhler während seiner Amtszeit gemacht hat“.

Ergänzung: ziemlich das Gleiche hat auch Thomas Knüwer sich gedacht, er hat’s nur etwas gewählter formuliert. Und dann muß man natürlich lesen, was der Spiegelfechter dazu schreibt.

2. Ergänzung: Man darf Köhler jetzt endlich wieder beleidigen!

3.Ergänzung: Muriel, einer der freundlichsten und stilsichersten Blogger überhaupt (auch wenn er manchmal zu seltsamen Ansichten neigt) macht heute abend (Mittwoch, ab 21:45) ein live-Blog zur Sendung „Hart aber fair“, in der es um die Präsidentenfrage geht. Könnte sich lohnen, wenn man sich dafür interessiert.

Noch ne Ergänzung: Hans der Wirbelwebber (fast so ein bescheuerter Name wie meiner!) hat ne feine Idee: er will selber kandidieren. Leider hat er seine Bewerbung an die falsche Adresse geschickt. Böhrnsen hat kein Vorschlagsrecht. Wohl aber jedes Mitglied der Bundesversammlung. Ha, da sollte sich doch ein netter Abgeordneter finden lassen, an den wir massenhaft unsere Bitten um die Bevorschlagung (?) richten können. Und so die Wahl der Zensur-Usche zwar auch nicht verhindern, aber vielleicht um ein paar Tage hinauszögern könnten? Also vorlesen müssen sie die Namen der Bewerber wohl schon … (Aber ihr seid ja alle noch nicht 40.  Schade.)

Und noch ein Nachtrag, weil ich von Jemandem, der letztes Jahr die intensive Diskussion über die Zensurpläne der Frau V.d.L. nicht mitverfolgt hatte, darauf angesprochen worden bin, die Bezeichnung „Lügnerin“ bzw. „Demagogin“ sei doch beleidigend: Die Frau ist aber eben genau das, beides. Ausführlich nachlesen kann man eine Aufdröselung ihrer Lügen zum Thema „Kinderpornografie im Internet“ beispielsweise bei Peter Viehrig. Auf genau diesen Lügen beruht die unfassbare demagogische Litanei, die sie in oben ansehbarem Video über einem unwissenden Publikum ausbreitet. Es ist nicht verwunderlich, daß sie es nicht gewagt hat, einen von den Tausenden anzuzeigen, die sie mit jenen beiden Wörtern bezeichnet haben. Sie lügt und sie weiß, daß sie lügt. Und sie weiß, daß Zigtausende das wissen. Sie hat Grund, Angst zu haben. Deshalb ist sie auch nicht zur Kandidatin gemacht worden.

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16 Antworten to “Zensursula (not) for President”

  1. buchstaeblich Says:

    Ich verstehe ohnein nicht, warum nicht das Volk darüber bestimmt, von wem es repräsentiert wird.

  2. buchstaeblich Says:

    (wirft klammheimlich das fehlende h ins „ohnein“, welches offensichtlich freudianischer Natur war)

  3. rauskucker Says:

    ohnein? ohdoch!
    Ja, sehe ich genauso. Und wenn die uns wirklich so einen Stoi-ähh-ber vorsetzen – warum wählen wir uns nicht einfach eine(n) Gegen-Präsidentin? Ist doch mit Internet kein Aufwand.

  4. buchstaeblich Says:

    Stoi(Problem-)bär – das machen die nicht. Der lallt doch dann wieder – da könnten sie gleich die Käßmann angeschickert das Deutschlandmobil vor die Wand fahren lassen … nee, nee.

  5. Berndnh Says:

    Wie wärs denn mit Herrn Sauer. Dann könnte die Kanzlerin alles auf dem kleinen Dienstweg erledigen! Wär doch praktisch. Und sie könnte dann, wenn sie keiner mehr mag, in etwa 10 Jahren, auch noch Bundespräsidentin werden.

  6. tom Says:

    Schäuble oder Zensursula? Die Wahl zwischen Pest und Cholera.

    http://yfrog.com/jpunerwnschtj

  7. Muriel Says:

    Zwangsarbeit, hm? Naja, wer wird an Einzelheiten herumnörgeln, nachdem er so enthusiastisch gelobt wurde. Wäre ja irgendwie unfreundlich. Besten Dank!

  8. rauskucker Says:

    Klar Zwangsarbeit. Zwar (schlecht) bezahlt, aber unter Zwang (bei Verweigerung droht Leistungssperre). Oder weißt du was Anderes? Freiwillig, das wär ja wirklich mal was Neues.

  9. Muriel Says:

    Wenn du es als „Zwang“ definierst, dass jemand nur dann Geld von anderen bekommt, wenn er arbeitet, dann hast du Recht. Wenn du sowieso die Bedeutung von Worten frei wählst, kannst du es aber auch „Exekution“, „Käsestulle“ oder „Bob“ nennen.

  10. rauskucker Says:

    … wenn er jede Arbeit tut, die ihm verordnet wird, egal ob diese seinen Fähigkeiten entspricht, egal ob sie einen Sinn hat, egal ob er diese machen will oder vielleicht lieber eine ganz andere. Z.B. statt Straßenfegen lieber Personalchef.
    Die Vorstellung, jemand der keinen Job hat würde automatisch auch nicht arbeiten, ist absurd. Sowas kann nur jemandem einfallen, dem seine „Arbeit“ keinen Spaß macht und der nur wegen des Geldes malocht.
    (Was auch immer du da in deiner Firma machst – die Welt wird sich nur an deine Arbeit erinnern, die du freiwillig leistest – in deinem Blog z.B.)
    Und keine Sorge: so liberal wie du werd ich weder im Umgang mit Worten noch sonstwie. Aber manche definiere ich dann doch neu, weil sie sonst lügen.
    „Geld annehmen für Arbeit“ – dazu sage ich z.B.: „Korruption“. Und wenn ich schlecht drauf bin auch schon mal: „Prostitution“.

    So. das muß für heute von mir dazu reichen.

  11. rauskucker Says:

    Hab nämlich noch zu tun. 😉

  12. Muriel Says:

    Ich sage zu sowas manchmal „Unsinn“, womit ich vielleicht meinen Ruf als einer der nettesten Blogger gefährde, aber immerhin untermauern kann, dass ich nicht nur manchmal zu seltsamen Ansichten neige.
    Die Formulierung „Wenn er arbeitet“ war allerdings wirklich unsauber, da hast du mich erwischt. Ich meinte natürlich Arbeit natürlich im Sinne von „Erwerbsarbeit“. Ich stecke zum Beispiel eine Menge Arbeit in mein Blog. Wenn ich aber erwarten würde, allein deshalb dafür bezahlt zu werden und es als Zwang bezeichnete, mein Geld mit was anderem verdienen zu müssen, dann wäre das irgendwie albern, oder?

  13. rauskucker Says:

    Nö. Du könntest dich dabei auf Art. 1 GG berufen.
    Ich finde es menschenunwürdig, „für etwas“ bezahlt zu werden. Nicht viel weiter in der menschlichen Entwicklung als direkte Sklaverei.

    Aber bitte lassen wir das für heute. Ich werde dich bestimmt nicht überzeugen. Und du mich natürlich auch nicht. Ich arbeite seit fast 40 Jahren an dem Unsinn …

    OK?

  14. Muriel Says:

    Da du so direkt fragst: Klar ist das OK.

  15. rauskucker Says:

    Danke. Bis nachher bei dir vielleicht.

  16. Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram. Says:

    Macht Ursula zum Horst und Lemmy zum Bundespräsidenten!…

    Köhler hat in den Sack gehauen, ein neuer Präsident muß her. Oder besser noch: eine Präsidentin. Kaum wird der Posten frei, wird eine hoch gehandelt: Zensursula von der Leyen, die ihre Inkompetenz in……

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