Wulffs große Rede zu Stuttgart 21

Unser geliebter Präsident Christian Wulff hat heute in Bremen eine lange Rede gehalten. Schade, daß ihm niemand zugehört hat. Es waren darin nämlich einige wirklich große klare Worte versteckt, mit denen er sich erneut (wie schon neulich zum Tag des Denkmals) mutig an die Seite der Stuttgarter Bürger stellte, in ihrem Kampf gegen eine korrupte Clique, die dort zur Förderung der Bauwirtschaft („Projekt S21“) die ganze Innenstadt plattmachen lassen will.

„Wer unser Land und seine Werte verachtet, muss mit entschlossener Gegenwehr rechnen.“, und „Wir verschließen nicht die Augen vor denjenigen, die unseren Gemeinsinn missbrauchen.“ Mit diesen Sätzen drückte er seine Unterstützung für die friedliche Bürgerbewegung aus. Während er die Phantasie der Demonstranten lobte – „Die Kraft zum Ausgleich, zum Verhandeln, zu einfallsreichen Lösungen, die Kraft zum Zusammenhalt, die Kraft zum Konsens – das ist Deutschland.“ –  drückte er den Schusters und Mapussen seine tiefe Verachtung aus: „Wer sich zur Elite zählt, zu den Verantwortungs- und Entscheidungsträgern, und sich seinerseits in eine eigene abgehobene Parallelwelt verabschiedet – auch der wendet sich von dieser Gesellschaft ab.“

Wulff wörtlich: „„Wir sind das Volk“: mit diesen vier Worten haben Menschen, die zusammengehalten haben, ein ganzes Regime hinweggefegt. Jeder, der dies gerufen hat, hat das Gefühl der Ohnmacht überwunden, hat sich für zuständig erklärt und Verantwortung übernommen. Unsere Kinder sollen die Geschichte unseres Landes und den unschätzbaren Wert der Freiheit, der Verantwortung, der Gerechtigkeit verstehen.“

Und er macht uns Mut: „Viele Menschen fühlten: Es muss sich etwas ändern. Doch damit allein ändert sich nichts. Ich muss etwas ändern. Und es begann mit den Montagsgebeten und den Montagsdemonstrationen. Erst gingen wenige, dann immer mehr Mutige auf die Straßen, überall in Ost Süddeutschland. Es wurde zum „Wunder von Leipzig Stuttgart“. Mit seiner Wucht und seinem friedlichen Verlauf war es wirklich ein Wunder, ein Wendepunkt. Bewirkt von Menschen. Sie haben sich selbst aus der Diktatur befreit – ohne Blutvergießen.“

Wenn bei diesem Satz vielleicht auch ein Wenig die Niedersachsenpferde mit ihm durchgegangen sind: Seine aufrichtige Trauer über das Abholzen von UN-geschützten Naturdenkmälern im Stuttgarter Stadtpark bleibt ein Moment, das wir ihm hoch anrechnen. Wulff sagte dazu: „Gewiss ist auch Erhaltenswertes verloren gegangen. Unendlich Wertvolles wurde jedoch gewonnen: die Erfahrung der Menschen, dass sie mit ihrem Mut zur Veränderung ihr Leben in Freiheit gestalten konnten.“

Bitte sagt alle dem lieben Mann aus Hannover euren Dank für sein Engagement:

bundespraesident@bpra.bund.de

(Alle Zitate aus der Manuskriptversion von der Präsidenten-Homepage. Kleine Korrekturen an geographischen Ungenauigkeiten von mir.)

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2 Antworten to “Wulffs große Rede zu Stuttgart 21”

  1. H.M. Says:

    http://grundrechteforum.de/2010/rechtswirklichkeit/chronologie-eines-staatsstreiches/

  2. H.M. Says:

    Na, gut, etwas mehr zum Link 😉

    133 Wahlfrauen und Wahlmänner aus Nordrhein-Westfalen aufgrund einer von einem mangels Landtagsmandat der Sitzungsleiterin ungültig besetzten Präsidium des Landtages von Nordrhein-Westfalen geleiteten konstituierenden Landtagssitzung am 09.06.2010 in die Bundesversammlung zur Wahl des 10. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland am 30.06.2010 entsandt, weshalb die Bundesversammlung nicht gemäß den Vorschriften des Grundgesetzes besetzt war und die Wahl zum 10. Bundespräsidenten ungültig ist.

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