Grundrecht auf Urheberschaft

Kommen wir zur Sache: Einführung des Grundrechts auf Urheberschaft (Erschaffung geistiger Werke) als allgemeinem Menschenrecht:

Jeder Mensch hat ein Recht auf Leben und materielle Versorgung. Jeder Mensch hat ein Recht auf Arbeit und angemessene Tätigkeit. Jeder Mensch hat ein Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit und auf freie Meinungsäußerung. Wissenschaft und Kunst sind frei.

Daraus folgt:

1. Jeder Mensch hat das Recht, uneingeschränkt geistige Werke zu produzieren und diese nach eigenem Wunsch der Menschheit zur Verfügung zu stellen.

2. Das Schaffen geistiger Werke hat Vorrang vor der materiellen Produktion.

3. Jeder Erschaffer geistiger Werke hat das Recht auf Unterstützung durch die Gemeinschaft bei seiner Arbeit und bei der weltweiten Verbreitung seiner Werke. Alle geistigen Werke werden für zukünftige Generationen aufbewahrt.

4. Jeder Erschaffer geistiger Werke hat das Recht auf Anerkennung als Urheber (als Produzent, Erfinder, Erschaffer, Schöpfer seiner Werke) und darf selber bestimmen, mit wem er den Ruhm teilen will.

5. Die Anerkennung der Urheberschaft bedeutet keine Einschränkung des Rechts der Nutzer geistiger Werke, diese frei zu kopieren und weiter zu bearbeiten.

6. Niemand darf gezwungen werden, geistige Werke zu produzieren. (Die Schulpflicht wird dadurch jedoch nicht eingeschränkt.)

7. Eine Einschränkung findet das Urheberrecht nur in den Gesetzen über Beleidigung und menschenfeindliche Hetze. Eine Zensur findet nicht statt.

8. Aus diesem Grundrecht ergibt sich das Recht auf freien und unbeschränkten Zugang zum Internet für jeden Menschen.

Vorschläge für Verbesserungen und Ergänzungen willkommen!

Nachtrag: was ich bisher zum Thema schrieb findet sich im #rauskuck unter „Medien“, dort suchen nach „Urheber“. Am 26.4.12 erläuterte ich :

Urheberrecht : „Monitor“ fragt nach den Positionen der Piraten zum sog. Urheberrecht und bekommt von diesen auch einige klärende Antworten. Leider verwenden der Bericht selber sowie einige befragte Künstler (u.a. die Band Jupiter Jones) und Softwareentwickler (die ernsthaft meinen, teure Software wäre besser als kostenlose) den Unsinnsbegriff „geistiges Eigentum“ und glauben, dieses solle ihnen genommen werden. Sie kapieren nicht, daß es im Gegenteil gerade darum geht, ein Urheberrecht erst einzuführen. Also das Menschenrecht, eigene geistige Werke der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen (und selbstverständlich: damit Anerkennung, Ruhm, Fans, Anhänger pp. zu gewinnen. Ob und wie jemand daraus materiellen Profit schlagen will, muß jeder für sich selber entscheiden. Wohlgemerkt: aus dem Ruhm, nicht aus dem Kopierschutz.) Schade, daß Monitor nicht den Zigtausenden Fällen nachgeht, in denen die Musikindustrie mittels ungerechtfertigter Urheberansprüche geistige Enteignung und Vernichtung betreibt. Tip an Jupiter Jones: wenn ihr kein Publikum haben wollt, macht eben die Tür zu. 

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Eine Antwort to “Grundrecht auf Urheberschaft”

  1. Udo Lesch Says:

    „2. Das Schaffen geistiger Werke hat Vorrang vor der materiellen Produktion.“

    Und wie soll das ohne Stift und Papier funktionieren? Desweiteren wird kein Steuerzahler ein in der Form der Piraten vorgeschlagenen bedingungslosen Einkommens für Urheber zahlen wollen.

    Dieser Beitrag sprengt ohnehin das nicht vorhandene Unrechtsbewusstsein solcher Befürworter seitens der Urheber. Wenn man sich nichts nehmen lassen will, darf man auch von anderen nichts nehmen! Punkt.

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