„Zapp“ und das Meinungskartell

 

Im NDR-Medienmagazin „Zapp“ regt sich Daniel Bröckerhoff darüber auf, daß die gleichgeschalteten Medien so genannt werden. 

Stellenweise kann ich ihm folgen, wenn er auf rechte Rattenfänger verweist, die solche Vorwürfe auch gebrauchen. Und er hat Recht, es ist einseitig, auf Verbindungen der SZ zur „Atlantik-Brücke“ zu zeigen und nicht zu erwähnen, daß dieselbe SZ auch mit russischen Oligarchen kungelt. Und ja, auch in den Mainstreammedien steht viel Wichtiges und Richtiges. Trotzdem: eine freie Presse hat es im Kapitalismus nie gegeben, allenfalls in Randgebilden wie der taz. Die wurde ja genau deswegen gegründet, als man 1977 (Buback-Nachruf, Stammheim) zu deutlich bemerkt hat, wie alle Medien den gleichen verlogenen Mist nachplapperten. Inzwischen gehört die taz teilweise selber zum Kartell. Von einem Medienmagazin wie „Zapp“ würde ich erwarten, daß es mal herausbekommt, warum bestimmte Themen von wirklich allen Medien systematisch totgeschwiegen werden. Wie funktioniert diese „Gleichschaltung“ in der Praxis? Warum beleuchtet „Zapp“ nicht mal die penetrant einseitige Propaganda der Tagesschau zum Ukraine-Konflikt (Grund dieser Debatte) etwas näher? Wie kommt es, daß gesellschaftlich Relevantes im Fernsehen auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern nur noch in Nischen vorkommt, dafür Fußball, Autorennen, Krimis und Schönheitswettbewerbe die Abende der Durchschnittsbürger dominieren? Und warum merkt es außer mir niemand, wenn die Tagesschau ein Vierteljahr lang alle Meldungen aus Afrika  ignoriert?

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