Archive for the ‘Guttenberg’ Category

Vimeo statt YouTube

11. April 2011

Ich habe mit dem Umzug angefangen. Ich hatte das schon länger vor, seit Sony mir bei YT meine „Proletenpassion“ wegzensiert* hat (unter der gelogenen Behauptung, sie würde denen gehören.) Dann kam noch die Sache mit dem gelöschten Film über Guttenbergs Elitekompanie dazu. Das Schlimmste daran war und ist, daß man bei YT keine Möglichkeit hat, sich irgendwo zu beschweren. Dort arbeiten nur Roboter.

Neulich hat YT alle älteren Konten mit Google verknüpft. Das bedeutet (weil ich kein Google-Konto habe, die aber behaupten, ich hätte eines …), daß ich nun auch keinen Zugang mehr zu meinen eigenen Videos habe. Ich kann dort auch keine rassistischen Kommentare mehr beantworten resp. löschen. Nichtmal selber mein Konto löschen.

Das Gute daran ist, daß ich, um weiter Wichtiges oder Nettes hochzuladen, gezwungen bin, mich nach einem besseren Ort dafür umzusehen. Das soll Vimeo sein. Nach und nach werden dort einige meiner verwaisten YT-Videos wieder auftauchen, und die Neuen. Der Ansturm ist dort leider (noch) nicht so herzerfrischend. Aber das wird werden, je mehr YT weiter kommerzialisiert wird.

Hier erstmal der Teil 3 der Pariser Kommune aus der Proletenpassion von den Schmetterlingen in der 3sat-Aufnahme (die nicht von Sony ist!)

Und hier Claus Klebers umfassende Selbsterkenntnis vom Sonnabend:

*“wegzensiert“ stimmt nicht ganz. Über einen Proxy kann man sich die fünf Teile der Proletenpassion auch bei YT noch ansehen. Und runterladen. Und wieder hochladen …

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E pluribus

1. März 2011

Diese beiden Wörter erklären den ganzen Fall.
1. Guttenberg hat bis vor 12 Tagen nicht gewußt, daß „seine“ Dissertation eine Sammlung von Plagiaten ist. Nur so sind seine unangemessenen und dummen Reaktionen („abstrus“ usw.) und seine Überraschung über die Flut der Kritik zu erklären.
„E pluribus unum“, aus Vielem Eines, das war eine Art Lebensversicherung des Autors. Ein Wink mit einem chiffrierten Zaunpfahl. Das hat Guttenberg selber erst um den 19.2.11 herum kapiert. (Seinen Wutanfall in dem Moment hätte ich gerne gesehen.)
2. Der Ghostwriter (oder die Ghostwriterin) müßte sich eigentlich durch Guttenbergs penetrante Lügen zur Offenbarung herausgefordert fühlen.
Guttenbergs zurschaugestellte Selbstsicherheit , mit der er bis zuletzt (und immer noch) behauptet hat, das „Werk“ selbst verfaßt zu haben, läßt den Schluß zu, daß er vor einem Auftauchen des Ghostwriters aus der Anonymität keine Angst zu haben braucht. Darum vermute ich, daß diese Person tot ist.

Nachtrag: Eine offene Frage in Guttenbergs Leben ist, warum er von den Folterspielen bei den Mittenwalder Gebirgsjägern nichts mitbekommen hat, wie er behauptet. Hat er sich damals freigekauft, oder doch, wie gewohnt, den Anführer gemacht. Man müßte mal die Überlebenden befragen und nach solchen suchen, die nicht mehr drüber reden können.

Freiherr (Dr.) Dantzer (update)

20. Februar 2011

Solange Guttenberg sich so nennt, darf ich das ja wohl auch.

Also bitte!

Vielleicht sollten wir uns alle nur noch mit „Frau Doktor“ und „Herr Doktor“ ansprechen.

Am 20.2.nachgefügt:

Nachdem er also nun „vorübergehend“ auf den geklauten Titel „verzichtet“, werde ich mich dem also ebenso vorübergehend anschließen und begnüge mich fürderhin einstweilen mit einem einfachen:

Freiherr von und zu Dantzer. Bitte!

(davon ausgehend, daß sich in Deutschland jeder Vollidiot „Freiherr“ nennen darf.)

Dr. Dantzer

17. Februar 2011

Solange Guttenberg sich so nennt, darf ich das ja wohl auch.

Also bitte!

Vielleicht sollten wir uns alle nur noch mit „Frau Doktor“ und „Herr Doktor“ ansprechen.

 

Guttis Brutkasten

16. Februar 2011

Wo steht wohl der Erlenmeyerkolben, in dem diese Geschöpfe gezüchtet werden?  Jedenfalls haben sie alle ihre dunklen Jahre in den USA verbracht.

Habe ja neulich hier erwähnt, daß mir auffiel, daß v.d.L. und C.L. beim gleichen Psychotrainer geformt wurden. Und eben einen brisanten Text entdeckt, der meine Vorstellungen über diese neue Herrenmenschenzucht unterfüttert. Bitte lesen und gut aufbewahren, bevor sie uns abstellen:

Gecoachte Politiker – Das falsche Spiel der neuen Rhetoriker*

Nebenbei: wer noch nicht die Geschichte von KTs Raubritterahnen kennt, hier steht sie ausführlich und anschaulich beschrieben:

Alle reden über den neuen Wirtschaftsminister. Ich rede lieber über Burg Guttenberg und die Raubritter

Der egoistische Aneignen fremden Hab und Guts liegt ihm eben im blauen Blute.

* Nachtrag: wobei ich ausdrücklich darauf hinweise, daß ich mit den meisten Ansichten jenes Blogschreibers rein gar nichts anfangen kann. Aber zu diesem speziellen Thema hat er einiges Brauchbares zusammenrecherchiert.

Von der Leyen und Lindner

4. Februar 2011

Nein, nicht Patrick. Christian, der von der FDP. Ich habe den vorhin in einem Interview beim ARD-Morgenmagazin gesehen. Zum Einen fiel mir auf, daß die Fernsehtante sich bedankt hat, wenn sie ihn nach der Uhrzeit fragte und er mit „Kubikliter“ geantwortet hat. Eben mit eingeübten Texten, die er abspult, egal was man ihn fragt.

Das machen ja einige Politiker, leider auch manche, deren Ansichten ich teile. Mir fiel aber zum Anderen auf, daß er exakt die gleichen einstudierten gestischen und mimischen Tricks (und teilweise sogar den gleichen Duktus) benutzt wie die allseits bekannte Lügnerin Zensursula. Die haben offenbar beide den gleichen Trainer. Ich halte die Beiden (Gutti gehört vermutlich auch in die Klasse) für die gefährlichsten Politiker hierzulande. Ihr werdet es erleben.

Gräfin zu Tittenberg

14. Dezember 2010

Sorry, sonderlich lustig ist es nicht. Ich möchte trotzdem darauf hinweisen, falls irgendein Komiker diesen Ausdruck demnächst verwenden sollte: erfunden habe ich ihn heute.

(Falls eine Erklärung benötigt wird: bei Stefan Niggemeier.)

Nachtrag: bißchen lustiger, was Feynsinn heute zum Thema geschrieben hat: Ken und Barbie am Hindukusch.

YouTube löscht 3sat-Film über Mittenwalder Nazis

18. Oktober 2010

Ich bekam vorhin folgende Nachricht vom YouTube-Service:

Folgende Videos aus deinem Konto wurden deaktiviert, da sie gegen die Community-Richtlinien von YouTube verstoßen:
Das Schandmal von Mittenwald
Gegen dein Konto wurde eine Warnmaßnahme gemäß den Community-Richtlinien ergriffen, die in sechs Monaten abläuft. Weitere Verstöße können dazu führen, dass du vorübergehend keine Inhalte mehr in YouTube posten darfst bzw. dein Konto gekündigt wird.

Mit freundlichen Grüßen
Das YouTube-Team

Den Film hatte ich im Juli ’09 aus der 3sat-Sendung „kulturzeit“ aufgenommen und mit folgender Erläuterung bei YT eingestellt:

Er hatte dort zu häufigen aggressiven Kommentaren von Bundeswehrfans und rechtem Gesindel geführt, gegen die ich und andere Nutzer freundlich aber bestimmt mit historischen Fakten zu argumentieren versucht haben. Einzelne pöbelnde Nazi-Kommentare habe ich aber auch gelöscht und die betreffenden Nutzer ausgesperrt.

Irgendeiner von denen wird mich jetzt bei YT denunziert haben, und dieser Roboter-Verein hat natürlich nichts Besseres zu tun, als mein Video zu sperren und mir die Kündigung meines Kontos anzudrohen. Es geht hier um einen Film, der vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen produziert und gezeigt wurde. Einen Film, der an die Verbrechen der deutschen Wehrmacht erinnert. Einen Film, der einige rechte Unverbesserliche stört.

Hier die Zusammenfassung des Beitrags von der „kulturzeit“-Seite. „Unangemessener Inhalt“ für YouTube? Das Schöne bei dieser Firma ist ja, daß man keinerlei Möglichkeit hat, irgendwo Protest einzulegen oder eine Stellungnahme zu bekommen. Oder weiß Jemand Rat?

(Mein anderes und etwas anders gelagertes Problem mit YT ist übrigens auch immer noch unbehoben. Mehr dazu: Sony gegen die Proleten.)

„Wir sind das Volk – Wer seid ihr?“

3. Oktober 2010

Und: „Oben bleiben, Lügenpack!

Das rief am 3.Oktober 2010 eine Gruppe von Zuhörern bei der Rede des bösen Bundeswulffs in Bremen.

Die Leute wurden standrechtlich erschossen.

Amnesty protestierte.

Der „Stern“ berichtete drüber.

Die Partei der Arschlöcher

10. September 2010

Zweierlei:
Wenn ich morgens um 5 in den Nachrichten als Erstes höre, daß Sarrazin „freiwillig“ zurücktrete, aber erst Ende des Monats, daß die Nachttischlampe Frühvertriebene Steinbach sich  selber für eine „Konservative“ hält, und daß der verrückte Bücherverbrennerpastor aus Florida „in Verhandlungen mit den Muslimen“ erreicht habe, das interkulturelle Zentrum in New York zu verpflanzen – dann habe ich ein starkes Gefühl der Trauer und der Fremdheit auf diesem Planeten, dessen Besiedler anscheinend gerade mal wieder endgültig verrückt werden. Wie es die geschätzte Geheimrätin ausdrückte:

Ich geb es offen zu, diese Welt, in die ich da versehentlich migriert bin,  ist mir gänzlich fremd. Ich bin tatsächlich zu blöde, zu dumm und zu denkfaul, die Weisheit die in ihr verborgen liegt, zu erfassen.

Und ein kleiner morgendlicher Erkenntniszugewinn: wir brauchen wohl gar nicht lange rätseln, wie wir die neue rechte Partei der Steinhöfel, Sarrazin, Steinbach, Heinsohn, Diekmann und Kameraden nennen wollen – das hat Sarrazin doch schon besorgt: indem er den jüdischen Mahner Friedman lautstark per Springer-Hetzblatt als „Arschloch“ titulieren ließ und so den Weg freimachte, ihn und seine Leute im Gegenzug ebenso beleidigend zu bezeichnen. Sie sind Rechte, Nazis, Faschisten, Antimuslimisten, perverse Klemmchristen  und Reaktionäre. Hören wir auf, über den genauesten Ausdruck dafür zu streiten. So wie damals die Nazis von sich aus die Farbe der Scheiße als die ihre wählten, haben sie diesmal den Klammerbegriff für sich auch selber gefunden. Was passt besser für die als dies schöne alte deutsche Wort: „Arschlöcher“.

Und jetzt aber an die Arbeit! (Alles Weitere dazu haben schon Pasolini, Reich und Freud ausführlich geschildert.)