Archive for the ‘Kapitalismus’ Category

Das Ende dieses …

4. Mai 2012

Das Ende dieses irrsinnigen und destruktiven Systems wird entweder zusammenfallen mit dem Ende der Menschheit und einer weitgehenden Verwüstung des Planeten. Oder die Menschen begreifen irgendwann weltweit, daß sie um des Überlebens Willen die private Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel abschaffen und durch ein System demokratisch und planvoll gelenkter Gemeinwirtschaft ersetzen müssen. Wie Wolf Biermann sang: „so oder so, die Erde wird rot, entweder lebend rot oder tot rot.“

schrieb ich am 10.10.08 hier:

http://rauskuck.de/Themenarchiv/Mankind/Kapitalismus.htm

Und am 23.7.10 das:

Alle seriösen TV-Sender (wie auch der DLF) melden die Phantastereien des Ufo IFO-Instituts und zeigen sich deutlich hörbar erfreut über die soeben verkündete „Partylaune in der deutschen Wirtschaft“. Haben die denn alle Freibier bekommen? Warum muß die Tagesschau euphorisch verkünden, die IFO-Umfrage mache Hoffnung? Mit Blick z.B. auf den Klimawandel kann Einen dieser blinde Wachstumswahn doch nur zur Verzweiflung treiben.

Der hier war vom 3.12.11 :

Ein paar markante Ausschnitte aus einer Diskussionssendung über die Eurokrise. Max Keiser bringt die Dinge wieder mal präzise auf den Punkt: Nein, die bisherigen „Rettungsmaßnahmen“ für den Euro haben nicht geholfen. Merkel baut als neue Währung einen von Deutschland dominierten Euro auf, mit dem sie Europa beherrschen will (und somit brauche man sich keine Sorgen machen, mit sowas habe Deutschland schließlich reichlich Erfahrungen …) Es herrscht ein Währungskrieg, bei dem die Banken der starken Exportländer (also Deutschland) von der Krise der relativ unkorrupten schwachen südlichen Länder profitieren. Und die Lösung? Die Finanzterroristen z.B. der „Deutschebank“ gehören vor ein Nürnberger Tribunal gestellt und dann für ihre Verbrechen aufgehängt. (Und ich nehme an, daß Max das nicht als Witz meinte.) Shabbir Razawi unterstützt das, plädiert aber auf Erschießen der kriminellen Banker.  Hier auch zum Nachlesen.   ¤

und schließlich, zuletzt:

Jeder Mensch hat ein Recht auf Leben. Die Mittel, die jeder Mensch dafür braucht, dürfen keine Handelsware sein. Ebenso hat jeder Mensch ein Recht auf Arbeit, folglich darf Niemand gezwungen werden, seine Arbeitsleistung zu verkaufen. Handel und Geldwirtschaft müssen also auf Luxusgüter beschränkt werden.

 

Zweidrittel

7. Juli 2011

Zweidrittelgesellschaft.

Zweidrittel haben noch eine Arbeit, aus der sie ihr Einkommen beziehen.
Zweidrittel der bezahlten Arbeit hat einen Sinn.
Zweidrittel der benötigten Arbeit wird nicht geleistet, weil niemand dafür bezahlt.
Zweidrittel der geleisteten Arbeit wird nicht bezahlt.

Zweidrittel der Leute können sich keine Qualitätswaren vom Fachhandel mehr leisten.
Zweidrittel fahren Auto und nutzen keine öffentlichen Verkehrsmittel.

Zweidrittel der Menschen bekommen vom Staat mehr Leistungen zurück als sie an Steuern bezahlen.
Zweidrittel der Menschen haben kein Interesse an Steuersenkungen.
Zweidrittel profitieren von Steuererhöhungen.

Hosni Hosni Checheche

11. Februar 2011

ein kurzeslife block

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/02/11/dlf_20110211_1854_1da8a842.mp3

Sie sagt, sie will die Demokratiebewegung auch in Deutschland unterstützen. Auch wenn sie das anders meint, aber: die hätten wir dringend nötig. Die Leute hier wissen doch überhaupt nicht mehr, was Demokratie ist, und warum das sowas tolles wäre.

Ich meine, ihr habt jeden Grund auf uns alle sauer zu sein, daß wir von eurem Elend profitiert haben, im Sommer zu euch runtergefahren sind um uns dort das malerische Elend und die Pyramiden anzugucken, manche euch noch abfällig als arme Neger verachten, und uns dann am Tag eurer Revolution nicht für euch zu interessieren? Ich bin ja auch sauer auf uns.

Bis jetzt kein Autokorso da unten bei mir.

„Du bist nicht allein“ (Programmtip)

11. September 2010

Bitte unbedingt heute abend diesen wunderschönen Spielfilm ansehen. (Um 21:40 Uhr im WDR). Von Bernd Böhlich, mit Axel Prahl und Katharina Thalbach. Eine traurig-fröhliche Liebesgeschichte, eine melancholische, warmherzige Tragikomödie. Und es geht um mein Lieblingsthema, aber das steht in keiner Programmzeitung. Ich habe es letztes Jahr im „rauskuck“ so beschrieben:

Filme mit Axel Prahl sind ja eigentlich immer gut.
Frau Moll, stolze Neubesitzerin eines Arbeitsplatzes bei einer Security-Firma, muß erkennen, daß sich in der von ihr gewissenhaft bewachten Fabrikhalle nichts als gepresste Luft befindet.
Der Physiker Wellinek erregt beim „Arbeitsamt“ Anstoß mit seiner Forderung nach einer Arbeit. Man will ihn als Gärtner einsetzen und kann nicht verstehen, daß er nicht wegen „Leistungen“ gekommen ist, sondern um etwas zu leisten.
Seine früheren Schüler verdingen sich als lebende Handyattrappen.
Frau Wellinek ist Schauspielerin und weigert sich (vergeblich), ihre Stimme für Telefonsex-Gesäusel zu verkaufen.
Und ständig, ganz nebenbei, arbeiten alle Beteiligten mit Freude mit- und füreinander und ohne je einen Lohn zu verlangen.
Das Thema „Arbeit“ und die Frage nach dem Sinn der Arbeit durchzieht diesen wunderbaren Film.
Fragen drängen sich auf:
Warum müssen wir dem Staat gegenüber unseren Willen zu arbeiten beweisen. Warum fordern wir nicht endlich, daß der Staat sich darum kümmert, daß Jeder das machen kann, was er kann, was er gerne macht, und was einen Sinn hat. Warum wird jede sinnlose Tätigkeit als Arbeit anerkannt, sobald dafür ein Lohn bezahlt wird. Warum sind unsere von der Verfassung garantierten Rechte (auf Leben, auf Wohnung, auf Arbeit, auf Würde) in der Realität so wenig wert.
Wie lange wollen wir uns von einem offenbar nicht funktionierenden System noch schikanieren und gegeneinander aufhetzen lassen.
Arbeit ist jede sinnvolle zielgerichtete produktive Tätigkeit. Für gute Arbeit Geld anzunehmen ist nichts anderes als Prostitution. Lohn führt direkt zur Korruption. Lohn macht aus Sklaven Lohnsklaven. Freie Menschen arbeiten aus freiem Willen. Und Karstadt gehört in Volkes Hand!

Im ICE von Duisburg nach Auschwitz

28. Juli 2010

Wir werden alle verrecken. Oder fast alle.

Wir stecken alle in diesem überhitzten Schnellzug, der sich nicht anhalten läßt, dessen Klimaanlage jemand kaputt gemacht hat, dessen Fenster man nicht öffnen kann, dessen Lokführer verrückt sind.

Wir stecken alle in dieser dichtgedrängten Menschenwelle, die auf einer engen Rampe zusammengepfercht wird, ohne Ausgang, mit nur einer Überlebenschance, nämlich wenn wir bereit sind, auf die schon am Boden Liegenden zu steigen und so noch etwas frische Luft zu erhaschen.

Wir alle geraten durch Enge, Hitze und Ausweglosigkeit in Panik, das Adrenalin treibt uns wahlweise in die Raserei oder lähmt uns zur Schockstarre.

Wir sind alle daran beteiligt, weil wir ja Teil der Masse sind.

Aber wir alle haben das gar nicht zu entscheiden gehabt. Wir wollten nur mit dem Zug fahren. Wir wollten nur Party feiern. Wir wollten nur ganz normal leben. Wir wollten nicht den Planeten zerstören.

Aber genau das ist es, was wir tun. Von den sieben oder acht Milliarden Menschen, die heute die Erde bevölkern, wird irgendwann im Laufe dieses Jahrhunderts nur noch ein kleiner Rest überbleiben. Man kann spekulieren, je nachdem, wann und wie schnell die Dinge eskalieren oder sich dahinschleppen, ob es danach eher noch 80.000 oder vielleicht doch noch 800 Millionen sein werden.

Was man aber aus den Vorfällen der letzten Zeit sicher vorhersagen kann ist, daß sich niemand für die Katastrophe schuldig fühlen wird. Das habe man nicht gewollt, nicht gewußt, nicht zu verantworten. Ein Massenmord an Milliarden Menschen, ein Genozid und Geozid, und niemand war’s gewesen.

Die große Katastrophe hat aber jetzt schon einen klaren Schuldigen, der mit einem Begriff bezeichnet wird, den ein großer prophetischer Denker schon vor 150 Jahren geprägt hat, welcher vor eben diesem Untergang der Zivilisation auch schon gewarnt hat, wenn die Menschheit es nicht schaffe, zu einer vernunftgesteuerten Lebensweise zu finden. Der Mann hieß natürlich Karl Marx, und das zu tötende Monster heißt Kapitalismus. (Wer es mehr mit dem Bergprediger hat, der vor 2000 Jahren herumzog und das Leben in Besitzlosigkeit empfahl: der wußte zwar noch nichts von der Gewalt der kapitalistischen Maschine, aber das gottlose Wesen des Besitzstrebens und seine Folgen hat er genauso deutlich erkannt.)

Und so, wie wir alle, jeder von uns, der sich auch nur ein Wenig mit dem Weltgeschehen und den Naturgesetzen beschäftigt hat, wenn nicht wissen so doch ahnen, daß der Tod der Zivilisation kommen wird, so wissen das natürlich auch unsere Politiker, ob sie nun versuchen, hier und da noch ein unbedeutendes Stellschräubchen zu justieren, oder ob sie penetrant merkelig das Immersoweiter, das Immermehr und Immerschneller noch propagieren und hätscheln.

Wir alle zusammen müssen den Zug anhalten. Die Fenster einschlagen. Den Lokführer entmachten. Den Tunnel verlassen. Die Stürzenden auffangen. Mit dem Glauben an Eigentum und unbeschränkten Reichtum aufhören. Uns endlich nehmen, was uns allen zusteht: Leben, Essen*, eine Wohnung, eine sinnvolle Arbeit, Bildung, Medizin, Kultur, Liebe.

Und auch dann werden wir es sehr schwer haben, auf diesem hoffnungslos überfüllten und geschändeten Planeten.

* und seit heute auch Wasser

Noch Etwas (Nachtrag) : Es sind nicht nur die schuld, die uns in die Tunnel gesperrt haben. Auch wir selber haben einen Fehler gemacht, als wir dort hineingingen, weil wir glaubten, daß dort keine Gefahr bestünde. Als wir meinten: „wenn man uns hier hineinläßt, wird es wohl richtig sein, die Verantwortlichen da oben haben das bestimmt alles genau durchdacht. Wenn es gefährlich wäre, wäre es doch verboten.“ Das lernen wir: die haben nichts durchdacht, und die verantworten auch nichts. Ihnen zu trauen kann tödlich sein. Wir allein müssen die Folgen tragen. Bei jedem Einkauf im Supermarkt und in jeder Minute auf der Arbeit ebenso wie bei Fragen von Krieg und Frieden.

Blogempfehlung

30. Juni 2010

Ich habe eben ein Blog in meine Blogrolle neu aufgenommen, das ich aus unerklärbaren Gründen immer ignoriert hatte. Die Geheimrätin verbindet in ihrem Archiv mit dem schönen Motto „Herrsche nicht, teile“ Reportagen aus der bitteren selbsterlebten Realität in diesem ehemaligen Sozialstaat (z.B. diese schon fünf Jahre alte Geschichte. Oder diese, aktuellere und schier unfaßbare.) mit pointierten und fast schon verzweifelten Aufrufen, doch endlich darum zu kämpfen, daß von den guten Vorsätzen der Verfassungseltern doch wenigstens ein Rest gewahrt werden möge. Aufrufe aber nicht an die „Politik“, sondern an uns hier unten, die wir immer noch glauben, uns könnten solche „Schicksalsschläge“ nicht treffen.Und wir könnten doch sowieso nichts ändern.

Auch sammelt sie fleißig Material, das das unverschämte Reden und kriminelle Handeln der sich die Regierungsgewalt anmaßenden Verfassungsfeinde und ihrer Bauchpinsler belegt.

Daneben hat die geheime Rätin noch eine sehr ansehnliche Linkliste zu eigentlich allen politisch und sonstwie wichtigen Themen angesammelt. Und schöne Musik aus aller Welt.

Demo in Toronto

27. Juni 2010

Aktuelles aus dem rauskuck:

Berichte von den Protesten gegen das Treffen der 8 führenden Gangsterbosse mit ihren 12 Nebenbossen in Toronto. Der Stadtbezirk rund um das Tagungsgebäude ist von 10 – 20.000 Polizisten abgeriegelt. Draußen friedliche bunte Demos von über 10.000 Aktivisten, die sehr genau wissen und erklären können, worum es geht. Und ein paar Krawalle und Brandstiftungen von den Schwarzmaskierten, gegen die die Polizei erst nicht einschreitet. Später gibt es dann Massenfestnahmen.

Hervorzuheben ist die wirklich gute Berichterstattung bei Al Jazeera. Reporter Avi Lewis berichtet immer wieder live, mischt sich unter die Demonstranten und sammelt ihre Erklärungen, er bewertet live und kompetent die Polizeitaktik (läßt sich von einem dabei störenden Verschwörungsmacker nicht irritieren sondern klärt auch diesen mit ein paar klaren Worten auf), und vor allem kann er sehr deutlich erklären, worum es den Protestlern geht. – preiswürdig. (insgesamt 5 Beiträge von Lewis.)

Außerdem ein Interview mit Nathalie des Rosiers von der Canadian Civil Liberties Union über die Polizeigewalt.

Und Vandana Shiva sagt (im Gespräch mit Avi Lewis): Das ist gerade das Ende der G-20, die jetzt einfach nur noch eine Tarnmaske für die alten G-7 sind. Über die Bedürfnisse der Armen im Süden wird dort nicht gesprochen. Nicht über den Hunger, über die Folgen der Privatisierung, die Verarmung als Folge von Sozialkürzungen.  Die versammelten Staatsführer, auch wenn sie „demokratisch“ gewählt sind, vertreten nicht die Interessen der einfachen Menschen und sehen die Bürger da draußen nur noch als Bedrohung. Während angeblich kein Geld mehr für den Klimaschutz da ist, geben sie mal eben zwei Milliarden Dollar für den Polizeischutz dieser überflüssigen Konferenz aus. Das ist absoluter Irrsinn und komplette Verschwendung. (frei zusammengefaßt)

(insgesamt 37 Minuten, von Al Jazeera, Press-TV, CNN und Euronews)

[Artikel erschienen im rauskuck vom 26.6.2010]

Flattr this

Hörtip: Lange Nacht des politischen Liedes

1. Mai 2010

Ich habe die Sendung gerade erst zur Hälfte durchgehört, kann sie aber dringend empfehlen.

(Wiederholung heute Nacht, DLF ab 23:05 Uhr, 3 Stunden)

Zu Wort kommen und Lieder sind zu hören von u.a. Franz Josef Degenhardt, Kai Degenhardt, Hans-Eckardt Wenzel, Manfred Maurenbrecher, Ani DiFranco, Konstantin Wecker. Dazu viel Neues und Altes aus den USA.

Aufnehmen und anhören!

Nachlesen kann man Einiges beim DLF, es wird dort wohl auch noch eine Playlist erscheinen:
„Alles Laue, Halbe hass‘ ich – Lange Nacht über das politische Lied“, von Michael Kleff

Nachtrag: da der DLF wohl keine Playliste zur Sendung macht, habe ich mal eine erstellt (aus den Angaben von der allgemeinen DLF-Playlist):  meine Liederliste. Die besten Sachen –  fetzige intelligente neue Lieder von Johanna Zeul, Strom & Wasser und Bernadette La Hengst – kamen erst in der dritten Stunde.

Besserwelt (1)

20. August 2009

Ich beschäftige mich ja fast nur mit Politik. Also, ich mache keine, aber ich beobachte, dokumentiere und kommentiere Politisches.

Würde mich aber Einer fragen: was mir wirklich wichtig ist, was mich interessiert, was mir lieb und teuer ist: – Politik bestimmt nicht. Sie ist ein leider unvermeidbares lästiges Ding, wie eine Fliege, die um mich herumfliegt, die ich weder erschlagen noch vertreiben noch ignorieren kann. Und sie zu akzeptieren (die Zustände, die Fliege) fehlt mir die spirituelle Begabung.

Als hilfreich hat sich aber der „Blick von außen“ erwiesen. Der Versuch, die Gegenwart als Geschichte zu betrachten und die menschliche Zivilisation als eine fremde.

Wie da jetzt wieder drauf komme? Weil Roberto genau zu diesem Thema etwas wirklich Schönes und Erhellendes niedergeschrieben hat. Die Idee ist mir aber vorher schon einmal begegnet.

Gesundheit! (1)

16. August 2009

Schon seit einiger Zeit kündige ich drüben im „rauskuck“ regelmäßig an, hier demnächst mal etwas mehr zum Thema Gesundheitssystem und zum völlig entgleisten Diskurs über selbiges in den USA zu schreiben. Das dauert noch. Einstweilen hier ein Ausschnitt aus der „Daily Show with Jon Stewart“, in welchem Stewarts Leute das unglaubliche Kunststück vollbringen, diesen bereits entgleisten Diskurs durch satirische Überspitzung noch weiter ins Abseitige zu schieben. Und so vielleicht Manchen in die Realität zurückholen. Einfach wunderbar!