Archive for the ‘rauskuck aktuell’ Category

Tunesien und die Arabische Revolution

19. Januar 2011

Ich habe im rauskuck ja in letzter Zeit sehr viel über Tunesien zu berichten gehabt und über die Reaktionen in den anderen arabischen Ländern auf die Tunesische Revolution. Ich schaffe es kaum, mir die TV-Berichte alle wirklich anzusehen, geschweige denn, noch viel darüber zu lesen, muß also aus eigener Überlegung meine Schlußfolgerungen und Bewertungen finden.

Und so freue ich mich, wenn ich meine Ideen dann beim großen Werner Pirker in der „jungen Welt“ in einem Kommentar wiederfinde, mit ähnlich hoffnungsfrohen Erwartungen, teilweise mit den gleichen Worten. Er formuliert  natürlich differenzierter und präziser, umsomehr empfehle ich seine fast täglichen Kommentare, speziell diesen: „Gar nicht bunt“ (17.1.11), dessen Schlußabsatz so lautet:

„Als »arabische Revolution« wurde in den 1960er und 70er Jahren die Gesamtheit der gegen Imperialismus, Zionismus und arabische Reaktion gerichteten Bewegungen bezeichnet. In Tunesien könnte sie erstmals wirklich begonnen haben.“

„The Pipe“ (wie in Stuttgart)

12. Dezember 2010

Wenig von mir in letzter Zeit, jedenfalls hier. Wenn man so wenig Resonanz bekommt, auch bei wirklich wichtigen Anregungen, läßt die Schreiblust doch nach.
Drüben im „rauskuck“ schreibe ich mir aber immernoch täglich die Finger wund, auch wenn das dann nur drei Leute lesen wollen. Heute zum Beispiel über einen Beitrag, den das iranische „Press-TV“ gestern brachte, und der eigentlich jeden Stuttgarter Bahnhofsschützer interessieren muß:

Im Filmmagazin „Cinepolitics“ Ausschnitte aus dem Film „The Pipe“ von Risteard O’Domhnaill über die Proteste der Bewohner des Dorfes Rossport an der irischen Küste gegen den Bau einer Gas-Pipeline über ihr Land durch den Shell-Konzern Ende der 90er-Jahre. Ähnlich wie in Stuttgart hat niemand die Menschen gefragt, und die unverständige Staatsmacht ließ es auf einen regelrechten Krieg (zu Lande und zu Wasser) zwischen bezahlter staatlicher und privater Polizei und der völlig friedlichen (aber wütenden) Bevölkerung ankommen. Wie üblich war das Volk gespalten, einige hofften auf sog. „Arbeitsplätze“. Nachdem die Anlage gegen den Widerstand des Volkes fertiggebaut wurde, hat 2009 ein Gericht entschieden, daß der Bau aus Sicherheitsgründen illegal ist und die Anlage nicht in Betrieb gehen darf.  –  Über den Film spricht Russell Michaels mit Matt Bochenski („Little white Lies“) und Rob Lyons („Spiked online“). Ansehen! (den Beitrag und den Film).

Den „Cinepolitics“-Beitrag kann man sich dort in voller Länge (24 Min.) ansehen.
Lesenswert auch die Homepage von „The Pipe“.

Inzwischen gibt’s den Press-TV-Beitrag auch bei YT, in drei Teilen:

Was ist eigentlich ein „Rauskucker“?

24. September 2010

Wer das schon immer mal wissen wollte, oder sonst gerade nichts Vernünftiges zu tun hat, kann es jetzt bei Wikipedia (nee, da leider noch nicht, aber) bei Pluspedia nachlesen. Dort wird auch endlich klargemacht, was der Unterschied zwischen einem Rauskucker und dem „rauskucker“ ist.

Demo in Toronto

27. Juni 2010

Aktuelles aus dem rauskuck:

Berichte von den Protesten gegen das Treffen der 8 führenden Gangsterbosse mit ihren 12 Nebenbossen in Toronto. Der Stadtbezirk rund um das Tagungsgebäude ist von 10 – 20.000 Polizisten abgeriegelt. Draußen friedliche bunte Demos von über 10.000 Aktivisten, die sehr genau wissen und erklären können, worum es geht. Und ein paar Krawalle und Brandstiftungen von den Schwarzmaskierten, gegen die die Polizei erst nicht einschreitet. Später gibt es dann Massenfestnahmen.

Hervorzuheben ist die wirklich gute Berichterstattung bei Al Jazeera. Reporter Avi Lewis berichtet immer wieder live, mischt sich unter die Demonstranten und sammelt ihre Erklärungen, er bewertet live und kompetent die Polizeitaktik (läßt sich von einem dabei störenden Verschwörungsmacker nicht irritieren sondern klärt auch diesen mit ein paar klaren Worten auf), und vor allem kann er sehr deutlich erklären, worum es den Protestlern geht. – preiswürdig. (insgesamt 5 Beiträge von Lewis.)

Außerdem ein Interview mit Nathalie des Rosiers von der Canadian Civil Liberties Union über die Polizeigewalt.

Und Vandana Shiva sagt (im Gespräch mit Avi Lewis): Das ist gerade das Ende der G-20, die jetzt einfach nur noch eine Tarnmaske für die alten G-7 sind. Über die Bedürfnisse der Armen im Süden wird dort nicht gesprochen. Nicht über den Hunger, über die Folgen der Privatisierung, die Verarmung als Folge von Sozialkürzungen.  Die versammelten Staatsführer, auch wenn sie „demokratisch“ gewählt sind, vertreten nicht die Interessen der einfachen Menschen und sehen die Bürger da draußen nur noch als Bedrohung. Während angeblich kein Geld mehr für den Klimaschutz da ist, geben sie mal eben zwei Milliarden Dollar für den Polizeischutz dieser überflüssigen Konferenz aus. Das ist absoluter Irrsinn und komplette Verschwendung. (frei zusammengefaßt)

(insgesamt 37 Minuten, von Al Jazeera, Press-TV, CNN und Euronews)

[Artikel erschienen im rauskuck vom 26.6.2010]

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Proteste in Frankreich

25. Juni 2010

Aktuelles aus dem rauskuck:

In Paris demonstrieren Hunderttausende (landesweit über eine Million) gegen den Plan der französischen Regierung, das Rentenalter anzuheben. Sehr schöne (bunte und friedliche) Bilder. Bei arte ein netter Beitrag über die Ansichten deutscher und französischer Arbeiter zu dem Thema. (Was an dem Bericht bei arte stört, ist, daß der geplante Sozialabbau dort etwa 10 mal als „Reform“ bezeichnet wird. Warum nennt ihr es nicht gleich eine „Revolution“, ihr Wirrköpfe!)

[Artikel erschienen im rauskuck vom 24.6.2010]

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Walrechte

23. Juni 2010

Aktuelles aus dem rauskuck:

In einem Bericht von Rob Reynolds bei Al Jazeera erklären Wissenschaftler (Tom White und Richard Ellis) den neuen Ansatz, nach dem Wale geschützt werden sollen, indem man ihnen grundsätzlich die gleichen Rechte wie Menschen zuerkennt, das heißt zuallererst das Recht auf Leben. Wale haben ein persönliches Bewußtsein, haben eine Kultur und ein differenziertes Sozialverhalten, und sie sind möglicherweise wesentlich intelligenter als Menschen (wenn auch nach für uns nicht berechenbaren Maßstäben). Die Walschützer sind von Präsident Obama enttäuscht, der sein Wahlversprechen nicht einhält, das Ende des Walfangs durchzusetzen.

[Artikel erschienen im rauskuck vom 22.6.2010]


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Afghanistan / USA

23. Juni 2010

Aktuelles aus dem rauskuck:

General McChrystal hat Präsident Obama und sein Team in einem Zeitungsinterview scharf angegriffen und beleidigt (im „Rolling Stone“), hat sich dann natürlich entschuldigt und soll jetzt zu Obama zum Rapport. Die deutschen TV-Sender haben das Thema erstmal weitgehend ignoriert. Al Jazeera berichtet sehr ausführlich, bringt diverse O-Töne von Obama und seinem Sprecher und Auszüge aus dem Artikel, und Korrespondenten und Analysten fragen sich vor allem, ob der General wohl zurücktreten müsse. Die spannendere Frage wäre aber: hat der General nicht einfach Recht gehabt? Die stellt man bei Press-TV und beantwortet sie auch gleich : Ja natürlich. Und die Amis streiten sich gerade darüber, wer für ihre Niederlage in Afghanistan die Schuld tragen soll. Fefe würde sagen: Leute, kauft Popcorn!

Am Rande (bei Press-TV) zwei Meldungen: In den letzten 24 Stunden wurden bei mehreren Anschlägen und Gefechten mindestens 11 Nato-Soldaten getötet. –
Und das US-Militär hat Schutzgelder in Millionenhöhe an Warlords und die Taliban gezahlt, damit diese Nato-Versorgungskonvois durchlassen.


Afghanistan II

„Fine Print“ – In der wöchentlichen Zeitungslese (bei Press-TV) diskutieren Experten diesmal die aktuellen Meldungen über die Intensivierung des Krieges, über die jetzt bekanntgewordenen (und schon von den Russen entdeckten) riesigen Rohstoffvorkommen des Landes , und über Gespräche Karzais mit den Taliban. Mit John Rees (Stop the War Coalition), Danny Schechter (mediachannel.org) und Richard Becker (ANSWER-Coalition).

[Artikel erschienen im rauskuck vom 22.6.2010]

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Versuch, ab heute

23. Juni 2010

Warum nicht öfters mal das Beste aus meinem täglichen TV-Archiv, dem „rauskuck“, auch hier kundtun. In der Hoffnung, damit mal ein paar mehr Leser zu finden als die täglich bestenfalls 5-10 Leute, die bisher täglich dort reingucken.
Und vielleicht dann auch mal Kommentare und Diskussionen auszulösen.